Die Headline der Woche

Die Headline muss nicht alle Details enthalten

Überflüssige Einzelheiten machen eine Headline nicht nur sperrig, sondern auch langweilig. In der Headline der Woche stecken besonders viele Details und redundante Infos.

In einer Headline sollte der Kern der Nachricht stehen, das Wichtigste, was passiert ist. Das ist die Regel für das Schreiben von Überschriften im Internet – und übrigens auch bei Print. Aber „das Wichtigste“ heißt eben nicht: möglichst so viele Details, wie irgendwie möglich. Denn das macht das Lesen und Überfliegen für die User anstrengend, sie müssen zu viele Infos verarbeiten. Sie wollen in dem Moment nur und ausschließlich das wissen, was wirklich relevant ist. Alles, was darüber hinaus geht, ist zu viel.

Sind diese Fakten wirklich wichtig?

In unserem Beispiel von der Webseite des Ärztinnenbundes stecken jede Menge Einzelheiten. Wir erfahren den genauen Namen des Vereins inklusive des Zusatzes e.V. und der Abkürzung in Klammern. Außerdem sagt uns die Headline, wo und wann der Weltärztinnenkongress stattgefunden hat, nämlich 2016 in Wien. Wir lesen zudem dreimal das Wort „Ärztinnen“. Außerdem steht dort die nichtssagende Substantivierung „Durchführung“. Und der Ärztinnenbund dankt nicht den Ärztinnen Österreichs, sondern deren Organisation.

Mal ehrlich: Wollen und müssen wir all diese Fakten kennen, wenn wir nur die Headline überfliegen? Sind sie wirklich wichtig? Klare Antwort: Nein. Die Überschrift wird dadurch deutlich zu lang und ist schwer zu lesen – und darüber hinaus klingt sie langweilig. In jedem Fall sollte die Headline also auf redundante Details verzichten, damit sie kürzer und knapper wird. Die genaue Bezeichnung des Vereins und alle weiteren Einzelheiten können auch im Text folgen.

Die Aussage der Headline ist langweilig

Ist das denn tatsächlich relevant, dass der Verein der Organisation des Kongresses dankt? Diese Information klingt nicht besonders spannend. Das nehmen wir beim Scannen der Headline zwar wahr. Aber es weckt kein Interesse, nun noch mehr wissen zu wollen und den Text zu lesen. Natürlich richtet sich diese Headline eher an ein Fachpublikum, wahrscheinlich Medizinerinnen. Aber auch diese motiviert die vorliegende Überschrift wenig zum Weiterlesen.

Neugieriger würde die Headline machen, wenn sie zum Beispiel ein Thema des Kongresses herausgreifen würde. Der Text würde dafür einiges hergeben: Es ging offenbar um „Gendermedizin, Ärztinnen in Führungspositionen, Medizinethik und Gewalt gegen Frauen.“ Darüber hinaus steht im Text, dass 50 Ärztinnen des Vereins in Wien dabei waren, und dass eine Medizinerin aus Münster nun das Amt der Präsidentin des Weltärztinnenbundes innehat: All das ist viel interessanter als die Info, die die Überschrift jetzt enthält: Ein Verein dankt einer Organisation.

 

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