Der Teaser der Woche Schreibschule

Zu lang, zu ausschweifend, zu viel: So funktioniert der Teaser nicht

Ein Anreißer sollte kurz, knapp und ansprechend sein – und nicht zu viele Details enthalten. Sonst klingt er für die User zu sperrig und damit uninteressant.

Eigentlich handelt es sich um eine emotional ansprechende Geschichte, die garantiert viele Online-Leser aus der Umgebung interessiert: Eine Schützin des örtlichen Vereins ist zweifache Europameisterin geworden. Nach dem Triumph wird sie daheim empfangen.

26 Worte im Satz: Das ist viel zu lang

Doch der Teaser bringt das interessante Thema wenig spannend rüber. Im Gegenteil: Der Anreißer auf der Webseite des Donaukuriers klingt langweilig und überfrachtet. Aber woran liegt das? Zum einen überfordert der Text den User, weil er nur aus zwei Sätzen besteht – die auch noch sehr lang sind und viel zu viele Informationen enthalten. Der erste Satz hat 26 Worte: Das ist viel zu lang. Bei einem Printtext gilt die Faustregel: 18 Worte sind für einen Satz deutlich genug. Online reichen zwölf Worte völlig aus.

Das liegt daran, dass das Lesen an einem Bildschirm anstrengender ist. Es ist schwieriger, auf den ersten Blick den Sinn zu erfassen. Je länger der Satz, desto komplizierter wird er auch, weil zu viele Details darin stecken. In unserem Beispiel sind es auch einige redundante und nichtssagende Infos, etwa das „praktisch“ und das „darüber hinaus“. Besser wäre es in jedem Fall, zwei Sätze daraus zu machen.

Überflüssige Details machen’s langweilig

Der nächste Satz ist nicht besser: Zum einen ist er wieder sehr lang, zum anderen wiederholt und variiert er die Aussage des Satzes davor. So taucht der „Empfang“ noch einmal auf – und der steht sogar schon in der Headline. Einige Infos im Satz sind auch hier überflüssig: Dass sich die Abordnung einer Blaskapelle „in aller Eile“ und „sogar“ aufgemacht hatte, ist irrelevant. Natürlich dürfen diese Infos im Fließtext stehen, aber im Teaser sorgen sie dafür, dass der User genervt ist von zu vielen Details.

In unserem Beispiel generiert sich der Teaser wahrscheinlich automatisch aus dem Print-Textanfang. Aber als Anreißer funktionieren diese Sätze nicht. Denn dort sollte es erst einmal darum gehen, den User für das Thema zu interessieren. Auch als Textanfang wären sie wenig ansprechend, weil zu lang und zu überfrachtet. Im Anreißer aber schrecken sie den User geradezu ab.

Wichtigste Faustregel: Keep it short and simple

Keep it short and simple: Das ist die wichtigste Faustregel beim Online-Schreiben. Wendet man sie auf unser Teaser-Beispiel an, müsste dieser sehr viel einfacher klingen, und viel kürzer sein – und wirklich interessante Infos enthalten. Eine bessere Variante wäre zum Beispiel diese:

Ganz Großhöbing und sogar eine Blaskapelle empfinen sie: Verena Schmidt ist nach ihrem großen Erfolg bei den Europameisterschaften in Maribor wieder zu Hause. Die erfolgreichste Schützin in der Geschichte des SV Höbing feierte mit Freunden und Fans – und musste sich erst an den Ruhm gewöhnen.

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