Der Teaser der Woche Schreibschule

Vorsicht vor zu vielen Substantivierungen im Teaser

Wollen Sie, dass Ihr Teaser möglichst unlesbar und sperrig wird? Dann verwenden Sie am besten hauptsächlich Substantivierungen und Nominalstil, vermeiden dafür aber Verben.

Einige Stilmittel sollten Sie ganz aus Ihrem Wortschatz verbannen, wenn Sie gute Texte schreiben möchten – egal ob für Webseiten oder für Tageszeitungen und Magazine. Im Teaser haben sie ganz und gar nichts verloren, weil sie den Anreißer sperrig und schlechter verständlich machen. Dazu gehören Substantivierungen und Nominalstil.

Substantivierungen sind Formulierungen, bei denen aus einem Verb ein Hauptwort wird. In Behördenmitteilungen sind sie gängig, in einem leserfreundlichen Text stören sie. Ersetzen Sie die Nomen am besten durch Verben: Schreiben Sie statt Überprüfung lieber überprüfen, statt Untersuchung besser untersuchen. Wenn Sie zu viele Hauptwörter benutzen, aber auf Verben verzichten, entsteht Nominalstil: Ein Satz wird so zwar kurz und knapp, aber schlecht lesbar. Eine ansprechende Sprache ist aber wichtiger, als zwei, drei Worte zu sparen.

Komplizierter, als es nötig ist

In unserem Beispiel von der Webseite der Oberhessischen Presse klingt das Thema komplizierter, als es müsste. Und das liegt vor allem an den Substantivierungen. Auf sie folgt meist eine Präposition, das gibt der Satzbau vor. Und damit wird der Inhalt sperrig. So ist es zum Beispiel bei der Formulierung „Die Konfliktbewältigung durch“.

Der Rest des auch noch sehr langen Satzes besteht fast ausschließlich aus Hauptwörtern – lediglich das Hilfsverb „ist“ lockert ihn etwas auf. Aber das reicht nicht.

Wie der Teaser besser klingen würde

Warum muss es so komplex klingen, wenn es auch einfach geht? Wie wäre es damit: „Wie bewältigten deutsche Könige vom 13. bis zum 15. Jahrhundert ihre Konflikte? Darüber hat der Mittelalter-Historiker Henrik Baumbach seine preisgekrönte Doktorarbeit geschrieben.“

Anschaulich ist das zwar immer noch nicht, ein Beispiel würde im Anreißer nicht schaden. Aber immerhin ist die Formulierung griffiger – und statt nur eines Hilfsverbs lesen wir zusätzlich ein starkes Verb wie „bewältigen“.

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