Der Teaser der Woche Schreibschule

Der Teaser muss in sich abgeschlossen sein

Wenn der Teaser mitten im Satz abbricht, ist das für User nicht nur nervig – es wirkt auch schlampig. Warum das so ist und wie man’s besser macht.

Ein Teaser ist ein klar begrenzter Textteil, der zusammen mit der Headline und eventuell einem Bild auf einer Übersichtsseite steht. Gemeinsam sollen sie das Interesse des Users an einem Thema wecken, ihm die wichtigsten Neuigkeiten mitteilen und einen Anreiz zum Weiterlesen liefern.

Klar begrenzt heißt abgeschlossen: Der Anreißer besteht aus vollständigen Sätzen, endet mit einem Punkt und bricht nicht mitten im Satz ab. Andernfalls ärgern sich die Leser: Sie erhalten nur die halbe Information, und sie fühlen sich auf plumpe Art genötigt, den dazugehörigen Text zu lesen. Denn mit großer Wahrscheinlichkeit taucht der Teaser dort als Vorspann oder als Einstieg noch einmal auf. Will man wissen, was in dem Satz noch stand, muss man dort weiterlesen. Mühsam ist für die User aber auch, dass sie nun auf jeden Fall noch einmal am Anfang starten müssen, um den Rest des abgebrochenen Satzes zu finden.

Ein Teaser soll neugierig machen – aber nicht so

Es ist zwar richtig und wichtig, dass ein Teaser neugierig machen und eine Motivation zum Weiterlesen bieten sollte – aber nicht so platt. Mit einer Rampe am Ende des Anreißers funktioniert das besser und eleganter, etwa mit einem Cliffhanger. Gemeint ist damit eine Andeutung, die spannend klingt, deren Auflösung aber erst im Text folgt. Dazu gleich mehr.

In unserem Beispiel von der Yahoo-Webseite hört der Teaser nicht nur mitten im Satz auf, sondern sogar mitten im Wort „SPD-Fraktion“. Das wirkt schlampig, als hätte sich die Redaktion keine Mühe gegeben. Und tatsächlich werden diese Anreißer ja auch nicht eigenständig formuliert, sondern generieren sich automatisch aus dem Satzanfang. Das allerdings widerspricht dem Wesen des Teasers: Er muss für sich allein stehen können.

Der Teaser holt den User nicht ab

Es gibt ein weiteres Problem, wenn sich der Teaser aus den ersten Sätzen des Textes bildet: Der User wird nicht abgeholt. In unserem Beispiel klingt der Einstieg wie der Beginn eines klassisch nachrichtlichen Textes. Im Anreißer wirkt das durch die Aneinanderreihung von Präpositionen aber sehr kompliziert: „In der Diskussion um … in die … von …“. Die Partei und der komplette Titel des Ministers sind an dieser Stelle zu viel. Es wäre besser, dem User zunächst bewusst zu machen, warum das Thema interessant ist – in verständlichen, einfachen Worten.

Topverdiener sollen nicht deutlich mehr verdienen dürfen als Arbeiter. Justizminister Heiko Maas will wie die SPD-Fraktion den Abstand zwischen den Gehältern eingrenzen.

Ein Cliffhanger würde zum Weiterlesen animieren, etwa eine Ergänzung mit folgendem Satz:

Topverdiener sollen nicht deutlich mehr verdienen dürfen als Arbeiter. Justizminister Heiko Maas will wie die SPD-Fraktion den Abstand zwischen den Gehältern eingrenzen. Er hat aber noch weitere Vorschläge.

Übrigens ist auch die Headline bei diesem Thema wenig ansprechend und viel zu kompliziert formuliert. Absolut unüblich ist zudem die Trennung eines Wortes in der Überschrift. Eine einfachere, griffige Sprache wäre auch hier angebracht. Wie wäre es mit: „Maas will Managergehälter beschränken“. Was das genau heißt, wird ja dann im Teaser-Text erklärt.

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